Melancholie

Unter Kunstwerken und Bäumen, zwischen Argumenten und Alkohol, im Garten oder Drinnen, mitten in Leid und Freude leben. Davon zu träumen. Sich an einem Ort niederlassen, wo die Scham noch rot und die Unschuld noch weiss ist. Wo man sich verlieren kann, mit sich ins Reine kommen und dennoch sein Herz verlieren kann.

Solch einen Ort gibt es in Fribourg, da wo sich die 4 Winde treffen ist die Herberge, an den Gestaden der Sarine.

Riesige, jahrhundertalte Buchen stehen da, spenden Schatten und laden zum Verweilen ein, zu was auch immer dein Gemüt begeehrt. Ein kraftspendender Ort. Im Garten auf einem riesigen Ast versteckt sitzt Bacchus, Gott des Weines und der triebhaften Naturkraft zusammen mit Apollo, dem Gott der Künste und Musik und auch der Medizin. Weitere unsichtbare Kobolde und Elfen tummeln sich da, darauf wartend Fremde die es verdienen zu beglücken, zu zerstreuen oder glücklich zu machen.

Ein paar Gegenstände der Kunst, des Leidens und der Freude kamen an diesen Ort. Und alte Tische und Stühle schlichen sich heran und liessen sich nieder. Ein runder Raum wurde geboren, wo alles sich begegnet und doch verliert. Wo man isst und sich niederlässt. Da wo Himmel und Hölle sich treffen, Sünde und Unschuld einander die Hand reichen. Kinder lauthals kreischend und lachend das Spiel mit der Kreide spielen oder in einem Märchenbuch lesen. Als dann zogen Katzen ein, ein Hund den irgendwer mitgenommen hatte und der sich zu Füssen der Menschen legt, die sich hier niederlassen. Eine mondsüchtige Badewanne schlich sich in eines der Zimmer im ersten Stock. Spitalbetten warten darauf, dass irgendwer seine müden und schmerzenden Glieder niedersinken lässt.

Sie alle beobachten die Frau und den Mann, welche unter der grossen Schattenspendenden Buche an einem Tisch sitzen. Die beiden liessen sich genau unter dem dicken Ast nieder, von wo aus all die Götter und Dämonen ihre Beute beäugen.

Frau wie Mann fühlen sich wohl unter den Gesellen der Buche. Sie lachen viel und der Mann streichelt sanft ihren Arm. Seine blauen Augen leuchten, wenn er den Blick in ihren wunderschönen und geheimnisvollen Augen versinken lässt. Sie lächelt ihn an.

Als die Frau das Glas an ihren Mund führt, spürt sie ein prickeln und beide, Frau und Mann, fühlen einen leichten Luftstoss.

Die Götter hatten sie beschenkt. Das Paar schaut sich erstaunt an und lächelt. In der Ferne trällert Katie Melua’s – Just Like Heaven. Die Frau schliesst ihre Augen und berührt den Arm des Mannes und küsst ihn zärtlich.

So sind sie, die sinnlichen Männer. Seltene Exemplare…

Dazu muss man diesen Song hören Just like Heaven.