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Das Spionageprogramm der USA; das konnte doch keiner ahnen

image-515524-thumbbiga-cxlfDer Skandal um die NSA-Überwachung hat ungeahnte Dimensionen erreicht. Weltweit gibt man sich überrascht, zeigt mit dem Finger aufeinander. Niemand will etwas gewusst haben. Kann das sein? Natürlich nicht. Es reicht ein Blick ins SPIEGEL-Archiv.

Der Freund hört mit! Ausgabe 8/1989

 

 

Auszüge:

Amerikas geheimster Geheimdienst, die National Security Agency (NSA), lauscht weltweit und rund um die Uhr, ganz besonders in der Bundesrepublik. Von alliierten Sonderrechten ermächtigt und durch Gesetze geschützt, von […] elektronischen Schutzschilden umhüllt, hat sich die NSA zu einer Monsterorganisation entwickelt, die in einem politischen Vakuum weitgehend nach eigenem Gutdünken operiert. [...]

Wie in der Bundesrepublik […] unterliegt das Nachrichtenimperium nirgendwo einer Kontrolle. Pläne und Aktionen bleiben geheim, Namen der Mitarbeiter anonym. […] Die US-Regierung gibt jährlich etliche Milliarden Dollar aus, um im gigantischen Gewimmel der elektromagnetischen Wellen kein Signal, keinen Befehl und kein Gespräch zu verpassen, das auch nur im entferntesten die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika berühren könnte. […] deutsche Geheimdienstler wissen längst, dass das Fernmeldegeheimnis, der gesetzliche Schutz des “nichtöffentlich gesprochenen Worts”, nichts gilt. Wer immer zwischen Nordsee und Alpen zum Telefonhörer greift, muss gewärtig sein, dass auch die NSA in der Verbindung ist – Freund hört mit.

“Die heben alles auf, was sie hören”

Dass […] auf deutschem Boden, offenbar mit Wissen und Billigung der Bundesregierung jeder Piepser abgehört wird, gilt zumindest unter amerikanischen Geheimdienstexperten als sicher. […]

Anmerkung: Dieser Text ist exakt im vorliegenden Wortlaut am 20. Februar 1989 im SPIEGEL erschienen. Es wurden lediglich einige Passagen gekürzt.

Quelle: Sascha Lobo

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